Warum wirkt CBD überhaupt? Eine biochemische Erklärung zum Endo-Cannabinoid-System

Damit Cannabinoide wie Cannbidiol überhaupt eine Reaktion im Körper verursachen kann, sind dazu entsprechende Rezeptoren notwendig. Und genau diese liefert das Endo-Cannabinoidsystem – kurz ECS. Dieses System wurde bereits in früheren Forschungen entdeckt, bei denen die Frage beantwortet werden sollte, warum THC wirkt, wie wir es kennen.

Warum wirkt CBD überhaupt Eine biochemische Erklärung zum Endo-Cannabinoid-System

Seit Entdeckung wurde das ECS mehr und mehr erforscht, um das therapeutische Potential im menschlichen Körper zu beleuchten.

Was ist das ECS?

Die Vorsilbe Endo~ stammt aus dem lateinischen und ist die Kurzform von endogen. Dies bedeutet “aus dem Organismus stammend” oder “vom Organismus produziert”. Dabei kann Organismus auch Zellen und Gewebe umfassen. “Cannabinoid” bezieht sich auf die Stoffgruppe bzw. die Verbindungen, die dieses System aktivieren.

Im menschlichen Körper finden sich bis dato zwei Rezeptoren, die das ECS mittels Cannabinoiden aktivieren. Ein drittes wird spekulativ erforscht.
Diese beiden Rezeptoren werden schlicht CB1 und CB2 genannt. Rezeptor CB1 ist vor allem an Nervenzellen und im Gehirn angesiedelt, findet sich jedoch auch an Organen und anderen Geweben.
CB2 hingegen findet sich hauptsächlich an allen mitwirkenden Organen und Geweben des Immunsystems und in peripheren Strukturen.

Primäre Aktivatoren der Rezeptoren sind THC, Cannabidiol und CBN. Diese werden auch als Antagonisten bezeichnet.

Die Funktionsweise kann hierbei anhand des Schlüssel-Schloss-Prinzips vereinfacht erläutert werden. Die Rezeptoren CB1 und CB2 sind die Schlösser des ECS. Die Cannabinoide sind die Schlüssel. Werden sie eingenommen, docken sie entsprechend an den Rezeptoren an und setzen diese in Funktion. Durch entsprechende Aktivierung und Reizleitungen stellen sich dann die Effekte ein, die Cannabinoide sowohl für Gesunde als auch für die Medizin so interessant machen.

CB1 und CB2 – Die Unterschiede

Das sich diese beiden Rezeptoren an unterschiedlichen Arealen des Körpers bündeln, zeigt auf, dass sie unterschiedliche Funktionen zu erfüllen haben. Entsprechend braucht es verschiedenen Stoffe, die als Schlüssel (Antagonisten) andocken.

CB1: Dieser Rezeptor befindet sich in den Arealen des Gehirns und des Rückenmarks. Sie konzentrieren sich vor allem in Regionen, die mit Verhaltensweisen im Zusammenhang stehen. Dazu zählt der Hypothalamus, der an der Regulation des Appetits beteiligt ist, der Amygdala, die eine Beeinflussung für die Gedächtnisleistung und bei der emotionalen Verarbeitung spielt. Zudem befinden sich CB1-Rezeptoren an Nervenenden, wo sie das Schmerzempfinden beeinflussen können.

An diesen Rezeptor docken primär THC und CBN an. Dies begründet auch die psychoakive Eigenschaft der Inhaltsstoffe des Hanf. Durch Aktivierung an diesem Rezeptor, wird das ECS dazu aktiviert, zahlreiche Hirn- und Verhaltenssysteme in aktiveren Zustand zu versetzen. Dadurch ist nach dem Gebrauch von THC eine gesteigerte Sensorik, eine verschobene Wahrnehmung von Zeiten und Geschwindigkeiten und ein erhöhter Appetit nicht selten.

CB2: Diese Rezeptoren finden sich vor allem in Immunzellen und dem peripheren Nervensystem. Genau an diese Rezeptoren dockt Cannabidiol und CBG an. Dadurch werden Immunreaktionen ausgelöst, die entzündungshemmende Reaktionen in Gang setzen. Des weiteren ist dieser Teil des ECS wohl verantwortlich für diverse Immunantworten bei diversen Krankheiten.

Endocannabinoide – Körpereigene Botenstoffe des Endo-Cannabinoidsystems

Endocannabinoide sind nichts anderes als Cannabinoide, die vom menschlichen Körper selbst produziert werden. Der Bildungsort dieser Cannabinoide sind vor allem Körperfettsäuren wie Omega-3. Dabei werden heute vor allem zwei körpereigene Cannabinoide benannt:

  • Anandamid
  • 2-AG

Anandamid war das erste wissenschaftlich entdeckte Endocannabinoid. Seinen Namen verdankt es dem Sanskrit “Ananda”, was soviel wie “Glückseligkeit” bedeutet. Dieses Endocannabinoid findet sich vor allem in vom Gehirn entfernten Körperregionen.
2-AG wiederum liegt in seiner höchsten Konzentration hauptsächlich im Gehirn vor. Es ist die Abkürzung für 2-Aeachidonoylglycerin.

Beide körpereigene Stoffe sind sogenannte kurzfristige Neurotransmitter, da sie immer nur dann synthetisiert werden, wenn akute Notwendigkeit vom Körper signalisiert wird. Nach ihrer Freisetzung werden sie schnell durch Enzyme wie FAAH (Fettsäureamidhydrolase9 und MAGL (MOnoacylglycerinlipase) wieder abgebaut.

Weitere heute bekannte Neurotransmitter von Endocannabinoiden sind:

  • Noladinether
  • Virodhamin
  • N-Arachidonoyldopamin (NADA)

Bei diesen drei Endocannabinoiden konnte allerdings noch keine abschließende Entschlüsselung ihrer Funktionen im Endo-Cannabinoidsystem getroffen werden.

Exogene Cannabinoide

Cannabidiol, CBN, CBG, THC und alle weiteren Cannabinoide der Hanfpflanze sind exogene (von außen stammende) Cannabinoide. Durch die Aufnahme durch Konsum kommt es zu einer höheren Konzentration von Cannabinoiden, als sonst im Körper üblich.
Dadurch kann das ECS in einem größeren Ausmaß aktiviert werden und in einem stärkeren bzw. produktiveren Umfang arbeiten.

Funktionen des ECS im Überblick

  • Stimmung
  • Schlaf
  • Reproduktion
  • Appetit
  • Stoffwechsel
  • Schmerzen
  • Erinnerung
  • Immunfunktion
  • Entzündungen
  • Neuroprotektion und Entwicklung
  • Verdauung
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